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„Dich, Gott, loben wir“









Apostel Kriel (links im Bild) mit Dolmetscher
Bezirksapostelhelfer Fendt (links im Bild) mit Dolmetscher



Nach dem Gottesdienst letzte La-Ola-Wellen – Ende eines Jugendtags in fröhlicher Stimmung

(27.6.2011) Unter diesem Motto stand der Jugendtag 2011 der Gebietskirche Süddeutschland. Und mit dem gemeinsamen (Lob)Gesang des Liedes „Dich loben deine Werke“ begann der Gottesdienst am Sonntagvormittag, 26. Juni, der das zentrale Ereignis und zugleich den feierlichen Abschluss des Jugendtags bildete.

Etwa 9.000 Jugendliche und Seelsorger (Jugendleiter, Gemeinde- und Kirchenbezirksvorsteher) aus Baden-Württemberg und Bayern versammelten sich dazu in der Olympiahalle. Hatten die jungen Christen am Abend zuvor noch fröhlich, ausgelassen und temperamentvoll „ihren“ Tag mit Musik – unter viel Applaus und mit La-Ola-Wellen – gefeiert (siehe Bericht „Fest der Freude und des Glaubens“), feierten sie nun in andächtiger Stille Gottesdienst.

Bezirksapostel Michael Ehrich, der den Gottesdienst leitete, legte der Predigt Worte des Herrn zugrunde, wie sie in Vers 8, Kapitel 18 des Lukas-Evangeliums stehen: „Doch wenn der Menschensohn kommen wird, meinst du, er werde Glaube finden auf Erden?“

Die neun Apostel aus Süddeutschland sowie Apostel Anatolij Budnik aus der Ukraine, einem der von Süddeutschland aus mitbetreuten Länder, waren dabei, zudem Gäste aus dem Apostelkreis anderer Gebietskirchen: Bezirksapostelhelfer John William Fendt aus den USA und Apostel John Leslie Kriel aus Südafrika. Zur weiteren Wortverkündigung rief der Bezirksapostel die beiden „Gast-Apostel“.

Er selbst griff zu Beginn seiner Predigt das Chorlied auf, das von der Liebe Gottes handelte, und wies darauf hin, dass die Liebe zu Gott die Jugendtagsteilnehmer über alle Unterschiede hinweg verbinde, ebenso die Liebe zum Nächsten: „Scheint da nicht das auf, was der Herr sagte: ‚Du sollst Gott, deinen Herrn' – wir dürfen sagen, Gott, unseren Vater – 'lieben mit deiner ganzen inneren Kraft, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, und du sollst den Nächsten so lieben wie dich selbst'" (vgl. Matthäus 22,39). Er hielt dazu an, der Gottes- und Nächstenliebe stets Raum geben. Die Liebe zu Gott habe auch die Auswirkung, „dass wir uns auch im Glauben vertrauensvoll in seine Hand fallen lassen“. Es sei ihm ein Anliegen, so der Bezirksapostel weiter, dass der – mit dem biblischen Begriff gesagt – „reine, ungefärbte Glaube“ im Herzen eines jeden erhalten bleibe. Er habe empfunden, dass bei aller ganz ausgelassenen Fröhlichkeit, die am Jugendtag herrsche, dann, wenn es um den Glauben gehe, doch auch eine Ernsthaftigkeit wahrnehmbar sei; dies berühre ihn sehr. 

Auch der Stammapostel habe, so der Bezirksapostel in seinen weiteren Ausführungen, erst jüngst im Pfingst-Gottesdienst in großer Ernsthaftigkeit auf die Bedeutung des Glaubens hingewiesen. „Der Glaube ist nicht irgendwo anzusiedeln auf unserer neuapostolischen Werteskala, sondern ganz weit vorne! Er hat eine ganz hohe Bedeutung“, unterstrich der Bezirksapostel.

Er erläuterte ferner das Gleichnis von der bittenden Witwe und führte aus, dass nach der Aussage des Herrn die Zeit vor Christi Wiederkunft eine Zeit der Bedrängnis sein werde – hierzulande, in heutiger Zeit nicht von der Art, „dass wir aufgrund unserer Glaubensüberzeugung oder Glaubensausübung in Bedrängnis geraten“, aber er sehe eine geistliche Bedrängnis.

Dass man im Großen und Ganzen unter einem ganz enormen Zeitdruck stehe, nannte er beispielhaft als eine Art der Bedrängnis und machte bewusst, dass die Zeit, die der Einzelne habe, ein Geschenk Gottes sei. „Gott hat uns auch heute diesen Tag und diese Zeit geschenkt, dass wir miteinander den Gottesdienst feiern können.“ Wenn man sich dies vergegenwärtige, versuche man, die richtige Priorität zu setzen: sich Zeit nehmen für den Glauben, für den Gottesdienst, für die Ortsgemeinde. Diese sei viel mehr als nur eine organisatorische Einheit – sie solle nach einem Wort des Stammapostels eine „Wohlfühl-Gemeinde“ sein: „Man soll sich dort angenommen und geliebt fühlen. Man soll wissen: Hier sind Menschen, die mich wertschätzen, die mir ihr Herz öffnen, auf die ich mich verlassen kann.“ Dass man einander als „Bruder“ und „Schwester“ anspreche, dürfe keine leere Floskel sein, „sondern das soll unsere tiefe Verbundenheit ausdrücken“. Der Bezirksapostel ermunterte, sich in die Gemeinde einzubringen, und dankte den vielen, die dies in vielfältiger Weise tun. Er appellierte, Gott die erste Stelle im Leben zu geben: „Lass Gott den Ersten sein – darf ich das einmal so ausdrücken? –, der auf deinem Zeitplan steht, setze ihn an die erste Stelle!“

Als Bedrängnis in heutiger Zeit nannte er auch Werteverfall bzw. fehlende Werteorientierung und meinte: „Wir können doch auch glauben, dass wir aus dem Glauben die Werteorientierung bekommen, an der wir unser ganzes Leben ausrichten können. Da bitte ich euch auch: Führt ganz offene Gespräche darüber, bringt euch mit euren Fragen ein! Beschäftigt euch mit der Frage: ‚Was kann mir in meinem Leben dauerhaft Orientierung bieten?’ Ihr werdet sehen, das Evangelium, der Glaube ist eine unendliche Quelle, um eine feste, sichere Orientierung im Leben zu haben.“

Im Zuge seiner Ausführungen zum Gleichnis von der bittenden Witwe und dem ungerechten Richter empfahl der Bezirksapostel den Jugendlichen auch, intensiv zu beten. „Überprüfe dein Gebetsleben. Sei wachsam, was in dir vor geht, was um dich vorgeht – nimm Veränderungen wahr, bete intensiv.“

Auch wünschte er, dass die Gottesdienstteilnehmer das Harren, das geduldige Hoffen auf den Herrn, niemals verlieren möchten, „sondern aus dem Glauben heraus, aus der Liebe zu ihm heraus wissen: Unser Herr ist da! Er hilft!“ Es gelte, wie er in einem modernen Bibelkommentar zum Begriff „harren“ gelesen habe, nicht „schlapp zu machen“, sondern in der Gewissheit zu stehen, dass der Herr mit den Seinen sei und Glaubenserfahrungen schenke, die wiederum im Glauben festigten und stärkten. „Dann können wir die Frage: ‚Doch wenn der Menschensohn kommen wird, meinst du, er werde Glauben finden auf Erden?’ beantworten: ‚Ja, Herr, du wirst Glauben finden in meinem Herzen!’ Es soll ein kindlicher, ein vertrauensvoller Glaube sein, der sich in allen Lebenssituationen auf den Herrn richtet.“

Ein Chor, den Sängerinnen und Sänger der Jugendchöre aus unterschiedlichen Kirchenbezirken der Apostelbereiche Heilbronn, Karlsruhe und Tübingen bildeten, und ein Blasorchester (Leitung: Björn Fahnster aus Bretten/Apostelbereich Karlsruhe) gestalteten den Gottesdienst musikalisch mit. Als Jugendchor-Dirigent war Tobias Metz aus Weingarten/Apostelbereich Karlsruhe beauftragt. An der Orgel: Davide De Zotti aus Traunstein/Apostelbereich München und Roland Kallweit aus Ingolstadt, ebenfalls Apostelbereich München.

Eine Simultanübersetzung erfolgte in die Sprachen Englisch, Spanisch und Russisch, konsekutiv wurde die Co-Predigt der beiden „Gast-Apostel“ vom Englischen ins Deutsche übersetzt.